Anne Pauli

Dissertationsprojekt (Arbeitstitel):

Oppositionsstrukturen und Oppositionspolitik in der Europäischen Union.
Politische Opposition in neuen Öffentlichkeiten.

Betreuer:

Prof. Dr. Emanuel Richter

Kontakt:

Institut für Politische Wissenschaft, RWTH-Aachen
Mieß-van-der-Rohe-Straße 10
52074 Aachen
anne.pauli@rwth-aachen.de

Beschreibung:

Forschungsbereich: Es ist unangefochten, dass das Recht auf Opposition und die Institutionalisierung von politischer Opposition eines der zentralen Merkmale von freiheitlich-pluralistischen Demokratien ist. Vergleicht man jedoch den großen Abstand zwischen politischer Wertschätzung von Opposition als einem Minimum demokratischer Verfasstheit und dem Stand der Forschung, drängt sich der Eindruck auf, dass die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema vor der Komplexität der politischen Realität kapituliert hat. Der Fokus bisheriger Oppositionsforschung lag zu einseitig auf dem traditionellen Parteiensystem als Hauptakteur der politischen Opposition, der Schwerpunkt beim Kontext lag auf der nationalstaatlichen Handlungsebene. Aktuelle Entwicklungen politischer Opposition lassen sich nicht in diesen stark eingeschränkten Rahmen einordnen: ob die Krise repräsentativer Demokratien, wie in Spanien und Griechenland, die Forderung nach assoziativer oder plebiszitärer Formen von Demokratie auf Europäischer Ebene oder die Revolutionen in Nordafrika, die begünstigt, wenn nicht sogar ausgelöst wurden durch neue Formen von organisiertem Widerstand.

Dissertationsziel: Die Dissertation hat zum Ziel, einen theoretischen Rahmen zur Analyse von politischerOpposition zu entwickeln, der den Strukturwandel sowohl der Öffentlichkeit als auch des Regierens als wichtige Faktoren mit einbezieht. Im Rahmen der Arbeit lege ich einen Schwerpunkt auf die quantitative und qualitative Erhebung von Daten zur Beantwortung der Frage, inwiefern die neuen Medien einen Wandel der politischen Opposition und somit der Öffentlichkeit innerhalb der Europäischen Union anstoßen (enablingconditions) oder behindern (constraints), der zur Stärkung politischer Beteiligung führt.

Unter Berücksichtigung der politischen Realität von multiplen AkteurInnen, mehrschichtigen Handlungsebenen, eine Vielfalt von Zielen und Strategien sowie die Interaktion von politischen Entscheidungs- und Einflusssystemen, wird die Dissertation folgende Bereiche ansprechen:

  • die Effekte wichtiger Faktoren wie supranationaler politischer Ordnungen, wie der Europäischen Union, sowie von neuen Räumen der öffentlichen Willensbildung, wie der der neuen Medien, auf politische Opposition und auf demokratische Partizipation;
  • eine Beleuchtung des demokratiepolitisch wichtigen Potentials neuer Medien, Veränderungen in der Zivilgesellschaft und der Öffentlichkeit zu bewirken.