Dipl.-Gyml. Theresia Jägers

Zur PersonVitaPromotion

Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Politische Wissenschaft an der RWTH Aachen mit dem Schwerpunkt Didaktik der Gesellschaftswissenschaften.

Funktionen:

Forschungsinteressen:

  •  Glaubensorte und Historisches Lernen
Sprechstunde:

Mittwoch von 10:00 bis 11:00 Uhr

 

Kontakt
Raum: A 103
Telefon: +49 (0)241 / 80–25438
Sekre­tariat: +49 (0)241 / 80–25440
Fax: +49 (0)241 / 80–22162
Email: theresia.jaegers@ipw.rwth-aachen.de

 

seit 2015:
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Didaktik der Gesellschaftswissenschaften an der RWTH Aachen University.

2012 – 2015:
Studentische Hilfskraft am Lehr- und Forschungsbreich Didaktik der Gesellschaftswissenschaften.

2010 – 2015:
Studium Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen der Fächer Geschichte, Deutsch und katholische Religionslehre an der RWTH Aachen.

Die zunehmende Multikulturalität und Pluralität unserer Gesellschaft spiegelt sich vor allem auch in den Klassenzimmern wider. Um im Fach Geschichte den unterschiedlichen historischen Sinnkonstruktionen der Kinder und Jugendlichen zu begegnen und auf die aktuellen sozialen Wandlungsprozesse reagieren zu können, werden neue Lehr- und Lernformen benötigt.

Eine Antwort hierauf geben die «Glaubensorte» der unterschiedlichen Religionen, wie Kirchen, Synagogen, Moscheen oder Tempel, wenn sie zum Lerngegenstand des Geschichtsunterrichts werden. Sie stellen einen prägenden Bestandteil der Alltagswelt von Kindern und Jugendlichen dar und sind gleichzeitig Zeugen der Vergangenheit, anhand derer Schülerinnen und Schüler die historische Genese der kulturellen und religiösen Pluralität unserer Gesellschaft erforschen können. Denn Glaubensorte bilden den Kristallisationspunkt verschiedener Geschichten: Als historische Orte einer Kulturgemeinschaft erzählen sie deren Vergangenheit, verknüpfen diese mit der Geschichte der umgebenden Gesellschaft und lassen eine gemeinsame neue entstehen.

Das geschichtsdidaktische Potenzial der Glaubensorte ist vielfältig begründet: Als außerschulische Lernorte beinhalten sie motivationale Faktoren und ermöglichen umfassendes multisensorisches und multiperspektivisches Lernen. Da sie sich in der unmittelbaren Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler befinden, lassen sie einen regional- bzw. lokalgeschichtlichen Zugang zu, der die Historizität der eigenen Umgebung mit der Gegenwart verknüpft. Die unterrichtliche Einbindung historischer Orte im Nahraum ermöglicht es gleichzeitig – entgegen eines nationalgeschichtlichen Narratives – , Anknüpfungspunkte an die globale Geschichte zu finden.

Trotz dieser Vorzüge sind die Lerneffekte des Besuchs von Historischen Orten im Geschichtsunterricht bisher kaum empirisch belegt worden. Dieses Forschungsdesiderat möchte das Dissertationsvorhaben „Glaubensorte und Historisches Lernen. Effekte eines geisteswissenschaftlichen Schülerlabors“ aufgreifen.